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TURNIERBERICHT Hamburg:

Freitag, der 28.03, ein schöner, warmer Frühlingstag, als plötzlich eine etwas merkwürdige SMS auf meinem Handy eingelangt: "Wie geht`s, was hast du denn dieses Wochenende vor? Grüßle". Normalerweise ja nichts Aufregendes so `ne Nachricht, doch wenn sie von unseren netten Nachbarländchen aus Deutschland kommt, ist mit großer Wahrscheinlichkeit etwas faul an der Sache...

Zwei Minuten später des Rätsels Lösung: das Team Hohenheim braucht noch einen Reiter für das Turnier in Hamburg- warum gerade ich die Ehre bekommen hab, war mir auch ein wenig suspekt, doch dürfte das wohl auch damit zu tun haben, dass Christoph aus München die lange Fahrt nicht alleine bestreiten will- vor allem nicht retour...
Und da wir ja ein nettes kleines und vor allem flexibles Völkchen sind, beschloss ich den Stress auf mich zu nehmen- mir blieben glorreiche 3 Stunden um zu packen, von Kitzbühel nach München zu gelangen und nicht zuletzt noch schnell zu meinem Hü-hot zu fahren!

Natürlich gehörte es zu meinem Glück, dass mir –wieder einmal- der Zug vor der Nase weggefahren ist. So blieb mir wenigsten Zeit mein Auto wieder aus dem Park- und Halteverbot zu stellen und mir ein Ticket zu kaufen. Doch scheinbar war ich vom Pech verfolgt: ich wurde meines Handys entmächtigt; Telefonnummern hatte ich natürlich auch keine im Kopf...

Nach langen Bitten, Betteln und charmanten Lächeln erbarmte sich "Chris" aus Rosenheim meiner und leihte mir sein Handy- hätte ich gewusst, dass dieses nette Bürschlein mit mir den Rest der Fahrt verbringt und nicht mehr zum Abstellen ist, hätte ich wohl doch lieber eine Telefonzelle bevorzugt. Um so glücklicher war ich, als ich in München endlich Christoph um den Hals fallen konnte- dieser hatte natürlich nichts Besseres zu tun als "meinen" Freund Chris anzubieten ihn mitzunehmen- doch zu meinem -und schließendlich auch Christophs Glück- lehnte unser Hippie ab; dafür drückte er mir seine Nummer in die Hand und verabschiedete sich im englischen Slang- oh du meine Güte- Hauptsache Christoph hatte etwas zu lachen!

Nun ging die knapp 1000 Kilometer lange Fahrt los- um17.30 Uhr. Doch hatte ich die mir ein wenig anders vorgestellt: meine Proseccoflaschen verschwanden ehest wieder in meinem Köfferchen, als ich von meinem Glück erfuhr, dass ich auch fahren "darf" - unser lieber Teamkollege aus Stuttgart, den wir auch noch abholen mussten, besaß nämlich keinen Führerschein –mehr.

Nach guten acht Stunden Fahrt – es blieb also genügend Zeit mich über das deutsche "Liebesleben" aufzuklären und nicht zuletzt über meines, von dem ich zu meiner Verblüffung großteils noch wenig wusste- sind wir in Hamburg angekommen.
Der erste Weg führte gleich einmal zu unseren lieben Studentenreitern, die bereits feuchtfröhlich am Feiern waren- eine nette kleine Disco die unter dem Motto "Hamburg sucht den Superstar" stand. Gefeiert wurde bis in die Morgenstunden.
Unser Schlaf in einer nah gelegenen Turnhalle beschränkte sich auf magere 2 Stunden. So mancher bevorzugte aber auch auf diese zu verzichten und beschäftigte sich anderwärtig- Kontakte zu diversen Ländern wurde gepflegt- ein Glück, dass mein Handy nicht in Reichweite war- so blieb meine Telefonrechnung zumindest verschont...

Samstag 8.00Uhr: "Tageswache" und Dressur stehen am Programm, doch hatten wir schon bald wieder eine bessere Beschäftigung: ob unser Misserfolg in der Dressur an Poppis Jackett und farbenfrohen Fahrradhelm, an Christophs Springstil oder ob ich mich vielleicht lieber mehr aufs Reiten konzentrieren hätte sollen als auf ein nettes Lächeln ist fraglich. Jedenfalls lag es nicht wie befürchtet an Österreich- am Besten aus meinem Team schlug ich mich noch (ca. 7,2 Wertnote) doch schaffte auch ich nicht den Einzug in die zweite Runde.

Nachdem wir nun für heute unsere Aufgabe erfüllt hatten, bevorzugten wir es den "seriösen Pferdesport" auf andere Weise zu fördern und widmeten uns lieber unserem Durst...
Ob die diversen Flecken auf unseren mittlerweile gescheckten Turnierhosen tatsächlich ein Missgeschick waren bleibt unbeachtlich. Als jedoch zwei Gestalten auf der Bank sich ein wenig unsachte verhielten, küssten diese samt unseren Tisch mit den sich darauf befindlichen Mittagsessen den Boden- nun schienen die Sachen definitiv anderen Lauf zu nehmen...
Nicht zuletzt wankte eine eigentümliche Gestalt in Stutzen, Boxershorts und Jackett herum.

Nachdem wir uns kurz aufs Ohr gehauen haben, ging es wieder Richtung Stall, wo unser Abendessen auf uns wartete.
Weiter ging es dann in eine nah gelegene Discoräumlichkeit. Anfangs etwas ruhiger, ging später dann erst recht die Post ab... wir kämpften hartnäckig um den Survivalcup und der eine oder andere wohl auch um den Baggerpreis, wenn auch nicht immer ganz erfolgreich...
So mancher bevorzugte es bereits vor Ort die Äuglein zu schließen und sich niederzulassen- war wohl auch die klügere Entscheidung- schielen fördert die Sehkraft ja bekanntlich nicht...

Nach einer atemberaubenden Fahrt in den Morgenstunden nach Hause, sind wir heil in unserem Quartier angekommen- so richtig glauben konnte ich es nicht. Vermutlich hätte ich mehr trinken müssen, dann hätte vielleicht auch ich dessen Fahrstil besser nachvollziehen können!

Sonntag 9.00Uhr (und ZEITUMSTELLUNG!): Springen ist angesagt. So manche Augen durften noch nicht ganz offen gewesen sein, doch schafften es meine zwei Helden aus dem Team in die zweite Runde aufzusteigen. Ich hatte ein entzückenden kleinen 5-jährigen Schimmel. Er gab mir ein super Gefühl und es hat angeblich auch recht gut ausgeschaut- bekommen hab ich ca. 7,3Punkte. Doch gehörte es natürlich wieder einmal zu meinem Glück, dass ich um 0,1 Pünktchen nicht aufgestiegen bin- uns Österreicher wollen´s halt net!
Für Poppi war es in der zweiten Runde aus, während Christoph es noch in die dritte Runde schaffte- ein kleines Mahleuhr kostete im das Finale- ob es an der Vornacht lag oder ob auch er lernen wird, dass es bekanntlich etwas gibt was sich "Parcoursbesichtigung" nennt ist fraglich.

Weiter ging es mit dem Dressurfinale: geritten wurde eine Musikkür und eine Dressur im Damensattel. Ob wirklich auf Ansage geritten wurde oder ob wir mit einer Sexhotline verbunden waren...?! Gehalten und beendet wurde die Dressurprüfung jedenfalls am "G-Punkt"...

Doch so leicht gaben wir uns nicht geschlagen und holten zumindest den Sieg im Survivalcup. Und wer sagt´s- für Poppi gab es einen Sonderpreis: den Solidaritätsbaggerpreis!

Nach einer gemütlichen und anstrengenden Fahrt nach Hause sind wir endlich um 2.30Uhr in München angekommen- mein erster Zug wäre zwar schon um 6.00Uhr Früh gegangen, doch bevorzugte ich noch einen ausgiebigen Schönheitsschlaf!

Zusammengefasst:
· Ich habe eine neue Definition von "Liebe"; "verlieben" und "geliebt werden" kennen gelernt.
· Deutsche Turniere sind zwar kürzer, dafür aber intensiver!
· "Ihr Össis seid eh ganz nett!"
· Lass dich niemals auf Wetten ein!!!
· ES WAR VOLL NETT; WIR WIEDER FETT!!! VIELEN DANK UND AUF BALD;
EURE ISABELLE


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