WUEC Tokio 2004
„Kampai!“ und „Danke Falco!“
Montag, 29.11./Dienstag 30.11. – Tag 1:
Flughafen Wien Schwechat, 10.00 Uhr Ortszeit.
Die österreichische WM-Delegation bestehend aus den drei Reitern
Martin, Tom, Hannes sowie Ersatzreiterin Moni bricht angeführt
von „Il Presidente“ Christian Richtung Japan auf.
Unser Ziel: die „6th World University Equestrian Championships
2004“ in Tokio.
Unsere Mission: die rot-weiss-roten Farben im Land der Kimonos würdig
zu vertreten („Maaa, i wüll ins Finale kumman...“)
Während der Flug von Wien nach London noch
unauffällig verläuft kommt auf der Langstrecke der Studentenreiter
in uns durch. Im Heck der Maschine steigt zum Leidwesen der anderen
Passagiere, die dank uns eine ziemlich unruhige Nacht haben, die ARC
Travel-Party. Auf Kosten von British Airways leeren wir 16 Weinflaschen
und dezimieren die Snackvorräte ganz gewaltig. „Soooo muass
der die Füss heben überm Hindernis!“ Wild gestikulierend
erläutert uns Hannes seine Erwartungen an die japanischen Springpferde.
Ihm ist völlig egal wie weit er kommt, Hauptsache er bekommt ein
Pferd dass „die Hufe über den Ohren z´sammschlagt“.
Na dann...
Christian macht einen noch weiteren Blick in die Zukunft und träumt
von der Verabschiedung seines Falco eines Tages in der Stadthalle. Mit
Fanfaren und Siegerdecke: „DANKE FALCO!“
In Verbindung mit dem mittlerweile erreichten Promillespiegel wird das
zum Schmäh der Woche. In der Folge hat’s unser Präsident
nicht immer leicht mit uns. „DANKE FALCO!“ ist ab sofort
die im Chor gebrüllte Antwort auf die meisten seiner Meldungen.
Dass die Japaner Weltmeister im Anstellen sind lernen wir noch am Flughafen,
als wir uns nach der Landung erschöpft Richtung Ankunft schleppen
und eine knappe Stunde bei der Passkontrolle warten müssen. Endlich
an der Reihe machen wir das erste Mal Bekanntschaft mit der japanischen
Genauigkeit. Weil wir nicht wissen wo genau unsere Unterkunft ist, und
demzufolge keine Angabe über unseren Aufenthaltsort in Japan machen
können dauert es eine Weile bis wir einreisen dürfen.
Das Abholen und der Transfer zur Unterkunft funktionieren anschliessend
reibungslos und nach einer Stunde Busfahrt durch Tokio erreichen wir
das „National Olympic Memorial Youth Center“. Die Zimmervergabe
gestaltet sich chaotisch und zehrt an unseren Nerven. Das japanische
Organisationskomitee ist sichtlich aus der Fassung gebracht, weil nicht
alles geordnet und geplant (und mit geplant meint man in Japan WIRKLICH
geplant – auf die Minute!) über die Bühne geht. Nach
24 Stunden Reise können wir endlich einchecken und unsere Schlüssel
in Empfang nehmen. Während „Official“ Christian und
Ersatzreiterin Moni in komfortablen Mini-Einzelzimmern in Block D mit
Flatscreen TV, Kühlschrank und Badezimmer untergebracht sind, muss
das Fuss- (Reiter-) Volk mit einem Mehrbettzimmer und Gemeinschaftsduschen
Vorlieb nehmen.
Einchecken, auschecken, umchecken – wichtige Vokabel die uns während
dieser Woche immer wieder erfreuen. Japaner sind offenbar nur dann wirklich
glücklich wenn es etwas zu organisieren gibt und so müssen
wir insgesamt vier mal morgens die Zimmer räumen, nur um am Nachmittag
im selben oder im Raum daneben wieder einzuziehen...
Unser erster Abend in Tokio gestaltet sich unspektakulär. Während
Moni und Christian ein wenig die Umgebung erkunden begehen die drei
Reiter den Fehler der Woche und gehen zeitig schlafen. Später startet
Christian den selbstlosen Versuch zu retten was bereits zu diesem Zeitpunkt
nicht mehr zu retten ist und wirft sich in die Schlacht um den Survival
Cup. Das Pub um die Ecke macht den Umsatz des Jahres.
Die Rechnung für Martin, Tom und Hannes folgt auf dem Fuss, um
3 Uhr in der Früh meldet sich der Jetlag und findet am österreichischen
Team so grossen Gefallen, dass er ihm gleich noch weitere 2 Tage treu
bleibt. Über die nächtlichen Gesprächsthemen dieser 3er
WG breiten wir an dieser Stelle den Mantel des Schweigens...
Mittwoch, 1.12.- Tag 2:
Heute steht nur die Akkreditierung der Teams
auf dem Programm und Moni erscheint um halb Neun als letzte, ausgeschlafen
und geduscht zum Frühstück. Nicht ahnend, dass die 3 schlaflosen
Reiter bereits seit 7.00 in der Cafeteria die Zeit totschlagen. Streng
riechend und immer noch in der Reisekleidung – Gemeinschaftsduschen
sind gut, haben aber nicht rund um die Uhr offen. Darum werden die Zimmerschlüssel
von den Block D – Bewohnern schon sehnsüchtig erwartet...
Miso-Suppe und Reis am Morgen ist eine interessante Frühstücksvariante...
Akkreditierung mit Hindernissen könnte man den Spiessroutenlauf
nennen, den wir nach „Dollarbeschaffung in Irland“, Fotoshooting
und einigen mehr oder weniger gelungenen Versuchen die Sprachbarriere
zu durchbrechen gegen Mittag endlich hinter uns gebracht haben.
Das Jetlag-geplagte Reitertrio rottet sich daraufhin (bereits zum ersten
Mal ausgecheckt aus seiner WG) in Christians luxuriösem Funktionärszimmer
zusammen und verschläft verteilt auf ein Bett und 17 Koffer den
Nachmittag. Während dessen kämpfen sich die beiden anderen
Ösis per Metro durch Tokio. Lektion Nummer 1: bei unendlich vielen
verschiedenen Metro Lines und 100 Mal so vielen Tarifen ist es gar nicht
so einfach a) den richtigen Weg und b) das dazu passende Ticket zu finden.
Zum Glück braucht man in Japan aber nur ein wenig westlich und
hilflos auszusehen und sofort findet sich jemand der freundlich und
geduldig zur Rettung der verlorenen Touristen herbeieilt. Unser erstes
Ziel ist der Kaiserpalast. Ein wenig enttäuschend, weil wir nicht
sehr nahe hin gelassen werden. Wir begnügen uns mit dem Wissen,
dass hinter den Mauern der japanische Tenno wohnt und beobachten in
der Ferne noch eine Reiter- und Kutschen-Karawane die das Palastgelände
verlässt und im Grossstadttrubel von Tokio verschwindet. Dann wenden
wir uns den wirklich wichtigen Dingen, in diesem Fall der Suche nach
einer Sushi-Bar zu. Es kann gleich vorweg genommen werden, dass wir
den ganzen Nachmittag keine solche finden und uns daher schliesslich
mit einem Müsliriegel begnügen und uns neue Ziele suchen.
Nach einem ordentlichen Fussmarsch landen wir beim „Tokyo Tower“,
dem grössten TV Sendeturm der Welt, der roter und höher ist
als sein Vorbild in Paris. Die Aussicht von da oben ist ein Wahnsinn.
Mit Ausnahme des Meeres sieht man die Stadt nirgendwo enden. Auch die
Luft wird hier oben schon merklich dünner: Christian: „Doch
ganz schön gross.“ Moni: „Was genau?“ Christian:
„Japan...“
Ein Tempelbesuch schliesst unsere Mini-Stadtbesichtigung ab und mit
2 Erkenntnissen kehren wir ins Olympiazentrum zurück: in Japan
steht man auf der Rolltreppe links (ok, das tun die Briten auch...)
und eine rote Ampel bedeutet nicht automatisch, dass die Autos auch
stehen bleiben. Eine spannende Sache bei mehrspurigen Strassen. Auf
so einem japanischen Zebrastreifen kann einem ganz schön mulmig
werden... gell Christian?
Es folgt der zweite Abend an dem bis auf unseren „Official“,
der sich deshalb beim Fortgehen einiges anhören muss, alle schwächeln
und sich statt dessen schlafender Weise auf den ersten Wettkampftag
vorbereiten.
Donnerstag, 2.12. – Tag 3:
An diesem Tag lernen wir die Bedeutung jenes
Wortes kennen, das wir zum Unwort der Woche küren: Timetable. Mehrere
solche bestimmen ab jetzt unser Leben und es erübrigt sich, zu
erwähnen, dass sie natürlich strengstens eingehalten werden
müssen („The Bus will not wait!!!“).
Verängstigt durch Martins angebliche (Hannes?) nächtliche
Drohungen: „Wenn ich nicht ins Finale komm, bring ich euch alle
um!“ zittern wir dem Auftakt der Dressurbewerbe entgegen und klettern
schon um 6.30 in den Bus. Versorgt mit einem Sandwich-Frühstück
sowie undefinierbaren Getränkepackerln (Grüntee? Kalter Milchkaffee?
Orangensaft?) kurven wir eine knappe Stunde quer durch Tokio zur Reitanlage.
Ein TV-Team erwartet uns bereits und wir stellen fest, dass Japaner
nicht nur dann alles filmen und fotografieren, wenn sie als Touristen
über Wien herfallen. Auf Schritt und Tritt werden wir ab nun von
mehreren Kamerateams verfolgt.
Die guten Ergebnisse der letzten Turniere sicherten Österreich
in allen Disziplinen einen Platz in Topf 1, eine Tatsache die uns in
der ersten Dressurrunde ein gutes Los beschert. Gegen die Exoten aus
Thailand und die Girls aus Schweden können sich alle drei durchsetzen
und so steigt das Team Österreich geschlossen in die 2. Runde auf.
Christian, den Präsidenten freut das besonders. Bisher aufgrund
der Fortgehschwäche seiner Mannschaft ziemlich unter Druck, hat
er plötzlich ein deutlich besseres Standing beim Chef d`Equipe
Meeting. Vor allem das deutsche Eck wird mit einem Mal ruhiger ;-) ...
Auch später in der zweiten Runde haben wir Grund zur Freude. Tom
und Martin steigen auf – Österreich hat 2 Reiter in der dritten
Runde!
Für den morgigen Culture Day müssen wir nicht besonders frisch
sein und darum lautet der Mannschaftsbeschluss für heute Abend:
FORTGEHEN! Und wo könnte man das in Tokio besser tun als in einem
typischen Irish Pub...
Zuvor aber absolvieren wir noch die offizielle Eröffnung und den
Welcome Empfang von und mit Her Imperial Highness Prinzessin Hitachi,
der Schwester des Kaisers.
Liebhaber von japanischen Spezialitäten fühlen sich beim Anblick
des gigantischen Buffets wie im Schlaraffenland. Nach einigen Eröffnungsreden
und Showeinlagen, der Vorstellung der Mannschaften und Smalltalk mit
der Prinzessin „reisen wir ab nach Irland“.
Von der Baggerpreisfront gibt es bisher nicht viel zu berichten, diesbezüglich
sind wir eine recht schwache Mannschaft. Ausser dass „Jäger
Christian“ ein Karnickel gesichtet hat und fortan nicht mehr aus
dem Visier lässt, Tom Gefallen an Japanerinnen im Kimono findet
(Was die wohl drunter tragen? Auch das kriegen wir noch heraus...),
und Hannes völlig unschuldig von der Mannschaft den Spitznamen
„Brathuhn“ verpasst bekommt tut sich nichts berichtenswertes...
Freitag 3.12., Tag 4
CULTURE DAY! Mit unterschiedlicher Begeisterung
für diesen pferdefreien Tag starten wir versorgt mit strengen Timetables
ins Abenteuer „Japan intravenös“. Unser erstes Ziel
ist die Tempelanlage in Asakusa inklusive Souvenir-Mall und allem was
dazugehört. Natürlich sind wir auch im „Mariazell von
Japan“ von Kamerateams begleitet, mit List und Tücke können
wir aber den Interviewern immer wieder entwischen. Da unser Bus Verspätung
hatte (Timetable???) bleibt uns hier nur eine halbe Stunde bevor es
weiter geht. Schnell noch eine Coladose aus einem der Automaten gepflückt
die in Tokio alle 100m stehen und schon sitzen wir wieder im Bus. Eine
japanische Tea Ceremony im ehrwürdigen Urasenke Teehaus steht uns
bevor. Wir sind zu Gast im exklusivsten Teehaus Tokios, bekommen Kekse,
Sweets und Grüntee serviert und erfahren mehr über das japanische
Bedürfnis alles nach strengen Regeln auszuführen und genau
zu planen. Apropos planen – fast hätte Tokio eine neues Teehaus
gebraucht. Ein europäischer Hannes ist deutlich zu gross für
einen japanischen Teeraum, mehrmals wackelt die fragile Wand bedenklich
und er erntet dafür freundlich-kritische Blicke.
Bisher brav unterdrückt bricht anschliessend endgültig der
„Suderer“ aus Martin heraus. Den unangefochtenen Platz eins
auf der Hitliste seiner Jammerein nimmt ein geraunztes „Geeeeeeh,
ich wüll jetzt net Tee kochen, i wüll reeeeitnnnn!“
ein, als es daran geht einen Einblick in die japanische Kunst der Teezubereitung
zu bekommen und wir selbst ans Werk gehen müssen.
Ein typisch japanisches Lunchmenü mit Grüntee, Reis und Seafood
rundet das Programm ab Und nachdem uns zu guter Letzt doch noch das
Kamerateam erwischt hat bringt uns der Bus pünktlich auf die Minute
zurück ins Quartier.
Viel Zeit zum relaxen bleibt uns nicht, schnell werden die Latest News
per e-mail nach Hause geschickt und dann geht’s schon ab zum Galadinner.
Interviews für die japanischen Seitenblicke, ein Buffet das uns
jenes vom Eröffnungsabend vergessen lässt sowie Moni und Tom
als viel fotografiertes Trachtenpaar beschreiben das Dinner in Kürze.
Damit auch Christian und Martin etwas zu tun haben, spielen die beiden
während des Fotoshootings mit den Polen „die Männer
die im Hintergrund die Fäden ziehen“ und befreien Moni kurzfristig
von der Dirndlschürze (Ich sag ja, man hat´s nicht leicht...*seufz*).
Streng nach Zeitplan vorgehend wechseln wir nach „Dinner&Communication“
sowie dem unvermeidlichen „Singing in the Rain“ in den Nebensaal
zu „Dance&Musik“. Das „announcement of finishing
the party“ um 21.20 ignorieren wir und mit nicht enden wollenden
Studentenliedern und Tanzeinlagen bringt vor allem Björn die Veranstalter
zur Verzweiflung...
Die anschliessende Fortsetzung der Party in einem Nachtclub erlebt wieder
einmal nur der Präsident. Morgen steht das erste Springen an und
die 3 Reiter setzen auf die bewährte Taktik, zeitlich zum Matratzenhorchdienst
anzutreten. Von Moni werden sie per U-Bahn nach Hause gelotst.
Samstag, 4.12., Tag 5
Showjumping! Lospech in der ersten Runde („Geh
Christian, kannst nicht g´scheiter ziehen?“) würfelt
uns in die einzige Gruppe die aus nur zwei Mannschaften, besteht und
bescheert uns mit Holland gleich zu Beginn einen starken Gegner. Das
Duell endet 1:2, nur Hannes steigt in die nächste Runde auf. Dort
ist dann leider dank des unwilligen Schimmels, den er als erster Reiter
über die Hindernisse steuern muss, auch für ihn Endstation.
Nach diesen unglücklich gelaufenen Springbewerben ruhen jetzt all
unsere Hoffnungen auf der Dressur und am Nachmittag werfen sich Tom
und Martin motiviert in die dritte Runde. Tom muss als erster für
Österreich die Kastanien aus dem Feuer holen. Er schlägt sich
wacker, hat nach einer guten Vorstellung aber leider gegen den Iren
Gerald Bloomer das Nachsehen.
„Cordoba 1978 – Tokio 2004!“ Mit spitzer Zunge kommentiert
unser Präsident den starken Ritt mit dem Martin „der doofe
Ösi“ seine Konkurrentin Fiete aus Deutschland aus dem Bewerb
wirft. Jetzt wird’s langsam richtig spannend. Die amtierende Weltmeisterin
Joelle Wenger ist die letzte Hürde die es auf dem Weg ins Finale
morgen noch zu bewältigen gilt! Machbar, auf alle Fälle machbar...
Es folgen „free drinks“ und Imbiss in der Lobby der Reithalle.
Nebenbei sichert sich ein japanischer Fan Autogramme von den Österreichern,
während die Teams für den morgigen Friendship-Bewerb ausgelost
werden. Nach dem unvermeidlichen Gesang und einer Sumo-Einlage der Spring-Halbfinalisten
fahren wir nach einem langen und anstrengenden Tag zurück ins Quartier.
Überflüssig zu erwähnen, dass ausser Christian wieder
einmal niemand ans Fortgehen denkt und so zieht er ein weiteres Mal
von allen guten Geistern verlassen los, um die rot-weiss-rote Ehre zu
verteidigen.
Sonntag 5.12., Tag 6:
Langsam steigt die Spannung! Martin, unser letztes
Eisen im Feuer mutiert endgültig zur Dressurzicke. Er sudert herum,
dass es eine Freude ist und auch der Hofstaat von 4 Leuten mit Mehrfachfunktion
den er beschäftigt ist sehenswert: Aufgabenübersetz-Groom
(Moni), Wasser-hol-und-aufs-Pferd-reich-Groom (Hannes), Sporen-hol-und-montier-Groom
(Hannes und Tom in Coproduktion), Organisations-Groom (Christian), Stiefel-polier-Groom
(Hannes), Kamerakind (Christian), Ansage-Groom (Moni),...etc.
Der Einsatz macht sich bezahlt und nach einem überzeugenden Ritt
ist Joelle aus dem Rennen und wir feiern den Finaleinzug!
Nahtlos und hektisch geht´s weiter: während die Finalpferde
schon zum Abreiten herein kommen, werden noch schnell Aufgaben abgeglichen,
die Kür leicht geändert, Sporen kontrolliert, Stiefel noch
einmal auf Hochglanz gebracht und von der Hauptperson natürlich
fleissig gesudert. Aber das kennen wir nun schon und es war bisher immer
ein gutes Zeichen, also stimmt uns Martins Gejammer auch für´s
Finale zuversichtlich. Hannes geht in seiner Aufgabe als Final-Groom
während des Abreitens an seine absoluten Grenzen und reicht unserer
Diva immer wieder geduldig die Wasserflasche, die nach jeder (!!!) gelungenen
Wechselserie unbedingt her muss.
Dann geht´s los. Finalgegner Gerald Bloomer legt einen St.Georg
vor, der durchaus zu schlagen ist und Martin antwortet mit einer guten
Kür, in der aber ein paar Patzer dem Gegner eine Chance lassen.
Ein stark gerittener St. Georg von Martin lässt uns anschliessend
Hoffnung schöpfen, allerdings gibt sich Gerald nicht so leicht
geschlagen und macht mit einer schwierigen und gut gerittenen Kür
die Sache richtig spannend. Unnötig spannend macht´s in der
Folge auch die Meldestelle, von der bis zu offiziellen Prize-Giving-Ceremony
kein Endergebnis zu erfahren ist. Der Nachmittag zieht sich daraufhin
gehörig in die Länge und obwohl die Springbewerbe tolle Leistungen
sowie ein spannendes irisches Finale bieten und Moni und ihr japanischer
Teamkollege im Friendship-Bewerb als einzige zwei fehlerfreie Parcours
hinlegen, macht uns das Nichtwissen um das Dressurergebnis mit der Zeit
ein bisserl mürbe...
Endlich ist es dann soweit: Abschlussaufmarsch der Nationen und Beginn
der Siegerehrung. Gespannte Gesichter im österreichischen Lager,
als gleich zu Beginn Joelle als Drittplazierte in der Dressur aufs Podest
gerufen wird. Wer „muss“ als nächster hinaus? „Second
place and silver medal – Martin Hauptmann, Austria!“
„Des druckt jetzt die Stimmung irgendwie, oder?“ ist alles
was dem Präsidenten einfällt und wir stehen alle mit ein bisserl
betretenen Gesichtern da, als Martin hinausgeht um seine Medaille in
Empfang zu nehmen. Zu schön wär´s gesewen...
Nach dem Ende der Siegerehrung, der offiziellen Closing Ceremony und
Gratulation an die Sieger wollen wir eigentlich nur schnell weg und
sind froh als wir endlich im Bus Richtung Dinner sitzen. Frisch gefüttert
und nach einem ersten Bier sieht die Welt aber schnell wieder anders
aus. Unsere Stimmung steigt zusehends und wir beschliessen die „Silberne“
an unserem letzen Abend in Tokio ausgiebigst zu feiern. Nach einer vormitternächtlichen
Aufwärmrunde in Norwegen (Gott sei dank verdient Annicken ihr Geld
nicht als Cocktailmixer... „Yeah I know ist´s not good,
but still – ist alcohol, isn´t it?“) geht´s
ab zur Partylocation ins nächtliche Tokio!
Die Rätsel ob Christian tatsächlich doch noch irgendwo Erfolg
hatte (was wurde aus Karnickel?), und was Tom, der kurzfistig mit einer
kleinen Japanerin im Schlepptau gesichtet wurde, wirklich angestellt
hat werden wohl nie wirklich gelöst werden...
-The End-
Moni
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