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SRNC Great Britain, September 2004 – Kathi, Conny und Moni in Schottland!

Unsere Reise beginnt mit Treffpunkt und Abreise bei Conny in Laxenburg am Donnerstag um 10.30. Mit der Ryanair geht es via Graz und London nach Glasgow, wo wir spät abends mit einiger Verspätung landen. Den letzten Zug nach Edinburgh wo uns Sorell mit dem Shuttle erwartet, sehen wir gerade noch davonfahren. Leichte Verzweiflung macht sich breit, als auch Plan B („Rent a car“) mangels Kreditkarte ebenfalls schnell wieder verworfen werden muss. Die nette Lady bei der Autovermietung hat aber Mitleid mit uns und organisiert uns ein günstiges Taxi. Nach einigen Telefonaten ist unsere Weiterfahrt gesichert und Kathi fiebert der Weiterfahrt im wahrsten Sinne des Wortes am meisten entgegen: „Is this our driver?“ „Yes, and by the way – it´s a woman“ Ups...
Mitten in Glasgow gabeln wir auch noch Gunnar auf, der sich nur noch mit Mühe und all seinem Gepäck in den Mittelklassewagen zwängen kann. Die Taxidame ist heilfroh uns nach eineinhalb Stunden Fahrzeit am Airport Edinburgh endlich ausladen zu können. Wer hier jedoch denkt unsere fröhliche Irrfahrt geht dem Ende zu hat nicht mit Sorrell und ihren nicht vorhandenen Ortskenntnissen gerechnet. Um ein Uhr nachts mit leerem Tank und einem fremden Auto sich 2x verfahren, eine Tankstelle ansteuern (aber nicht etwa um zu Tanken, sondern um was zu Essen!) und schliesslich irgendwann doch noch „in the middle of nowhere“ anzukommen, ein paar Alk-Leichen vorzufinden und festzustellen, dass es im Grunde für uns keinen Schlafplatz mehr gibt, all das hat schon einen besonderen Reiz...
Mit Gewalt schaffen wir uns noch Platz in der ungeheizte Town Hall von ... – verdammt wie hat das Kaff eigentlich geheissen? – Charlottetown! – Danke! - ...also von Charlottetown, und quetschen uns zu den anderen Sardinen auf den Boden. Das beste Fleckerl sichert sich unser fiebriger Captain Kathi: sie liegt mitten im Durchgang und genauso pausen- wie rücksichtslos wird im Laufe des Wochenendes über sie drüber gestolpert.
Conny und Moni erwischen es besser, sie erkämpfen sich einen Eckplatz am „Altarpodest“ und haben relativ (alles ist relativ...) viel Platz. Dass Germany gleich nebenan wohnt fällt uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf. Dafür aber umso mehr der
eigene Geruch nach „alter Kirche“ den es hier hat.
An Schlaf war kaum zu denken und wenige Stunden später weckt uns Peter der als Dampflock durch das Kirchenschiff pfeift mit penetranter Stimme und demonstrativer Fröhlichkeit auf („Herrschaft, lass uns doch in Frieden!“). Er nennt das „Energy Wake Up“, wir sagen dazu Lärmbelästigung. Die Freude auf´s Frühstück weicht Entsetzen und Ernüchterung. Aufgetischt wird gar nahrhaftes: Muffins und Kekse liebevoll auf den Tisch geleert und wenn man früh genug dran ist auch noch ein Becher O-Saft. Sehnsüchtig warten wir auf das Öffnen der Kantine und organisieren uns dort erstmal einen richtig kräftigen Kaffee.
Die Überraschung ist gross als wir dort auf eine „alte Bekannte“ treffen. Petra, die ab sofort inoffizielle Supporterin des Team Austria ist als Richterin engagiert und begutachtet geimeinsam mit uns die Erstrundenpferde.
Obwohl wir ganz nette Pferde erwischen fällt unsere Gruppendressur eher in die Kategorie Pleiten, Pech und Pannen. Als erste Reiter am Pferd liefern wir von Beginn an eine Chaosvorstellung, unsere Helden springen gleich am Anfang vor lauter Schreck bei der Glocke davon und laufen daraufhin entsprechend aufgezogen durch die Prüfung. Die Einlage der ersten Runde liefert zum allgemeinen Gaudium Peter „who FELL down the horse“, der als mittlerer Reiter am Galoppzirkel sein Gleichgewicht verliert und nicht mehr wiederfindet.
Wie durch ein Wunder erreicht Moni die zweite Runde, da es dort aber nichts mehr zu holen gibt freuen wir uns auf den nächsten Programmpunkt des Tages: einen Ausflug nach St. Andrews. Mit Diana und gutem schweizer Wein frischen wir das Milka-Heidi Bündnis auf. Bei 8 Grad sieht man 3 Ösis und eine Schweizerin barfuss und mit hochgekrempelten Jeans am Strand entlang laufen („Papi ich war im Meer!“)
Am Ziel des Spaziergangs erwarten unsere Gastgeber mit Getränken und einer grauslichen Köstlichkeit, die verpackt in Pizzakartons erst so aussieht als könnte sie schmecken. Wir stellen jedoch fest, dass kontinentaleuropäische Geschmacksnerven anders orientiert sind...
Endlich treffen wir auch Gudrun „die Ausgewanderte“. In ihrem Pferdehänger werden wir zurück zum Bus gekarrt.
Ein bisserl enttäuscht, weil der Willi-Prinz sich gar nicht hat blicken lassen kehren wir durchgefrohren in unsere Kirche zurück. Conny rettet an diesem Abend die österreichische Partyehre und hält eine ganze Weile tapfer durch.
Am nächsten Morgen, lassen wir uns (wissend, dass uns ohnehin kein ordentliches Frühstück erwartet) länger Zeit beim Aufstehen uns spazieren gemütlich hinüber ins Riding Center. Mit Pech scheiden Conny und Moni schon in der ersten Springrunde aus und widmen sich wieder den wirklich wichtigen Dingen des Lebens -> Kaffee!!!
Ausgerechnet die kranke Kathi steigt auf und sichert sich in weiterer Folge mit einer guten Leistung in der 2. Runde einen Platz im Halbfinale!
Nahtlos geht’s weiter. Beim Galaabend in einem alten schottischen Herrenhaus haben wir das Vergnügen mit einem Special Guest. Extra eingeflogen muss Frank „the tank“ Osthold nicht nur eine kleine Ansprache halten sondern sich an diesem Abend auch einige blöde Olympiawitze gefallen lassen. Er trägt´s mit Fassung...
Das Galadinner wird zum Abenteuer-Essen mit typisch schottischem Haggis (wenn man nicht dran denkt woraus es besteht schmeckt´s gar nicht so schlecht), Roastbeef und einem hervorragenden Dessert, dessen einziger Fehler es ist, dass uns verboten wird mit Besteck oder Fingern zu essen. Schottische Volkstänze bringen uns im Anschluss gehörig ins Schwitzen und viel zu schnell holt der Bus uns wieder ab.
In dieser Nacht lernen wir einiges über die Strassenkinder in Brasilien und ihre Gemeinsamkeiten mit der Butterblume, die Dr. Klaus Möller alias Schoko, zum Objekt seiner Studien erkoren hat. Stundenlang dürfen wir Roberts Ausführungen lauschen, eine endlose Vorlesung...
Immer noch vom Fieber geplagt verabschiedet sich Kathi am Sonntagmorgen mit Anstand aus dem Springbewerb und nimmt mit dem 5. Platz ihr bisher bestes Ergebnis mit auf die Heimreise. (Zu unserer grossen Überraschung erfahren wir später zu Hause, dass wir mit dem Team den 2. Platz im Springen erobern konnten. Petra überbringt uns unsere wunderschönen Schleifen im schottischen Karomuster.)

Nach den Mittags-Pommes (nur Kathi kostet die italienische Variante Pommes Bolognese) steigen wir gemeinsam mit Norwegen und dem schweigsamen Frank ins Airport Taxi nach Edinburgh. Wir legen einen Kulturnachmittag ein und begeben uns auf die Wanderung durch die Altstadt. Fotos werden geschossen, Souveniers gekauft und schliesslich finden wir auch noch Zeit für eine unvermeidliche Portion Fish&Chips bevor wir den Zug nach Glasgow nehmen.
Wer nie eine Nacht am Airport Glasgow verbracht hat weiss gar nix! Wenigstens finden wir dort nach all den Tagen voller Entbehrungen Frühstückszutaten die diesen Namen auch verdienen. Das tröstet ein wenig über das unbequeme Nachtlager hinweg und dankbar besteigen wir am nächsten Morgen unseren Flieger...

Erkenntnisse:
- Die Briten sind gar nicht so schlecht im Kaffeekochen wie allgemein behauptet wird
- Sie bringen dafür sonst nicht viel Essbares zustande
- You´ll never beat the Irish! (Except Peter, who FELL down the horse...)
- Japaner haben eine Riesenhetz wenn man ihnen Trinksprüche lernt (Zsamm, zsamm, zsamm...)
- Moni lernt dafür, dass man im Land des Lächelns bei der Gelegenheit „Kampai“ ruft (nicht ahnend, dass dieses Wissen noch einmal wichtig werden wird...)
- Um den Deutschen weitere Komplikationen zu ersparen gilt ab nun die Regel Startlinie=erster Sprung.
-Über Conny´s Verbindungen nach Germany breiten wir den Mantel des Schweigens.
- Auch (österreischische) Richterinnen haben Fans ;-)
- Dr. Gunnar sitzt im Schlauchboot
- Cricket Club Duschen sind nicht so der Renner, aber besser als nichts...
- Belgier kennen andere Jugendsschutzgesetze als Schotten (Björn, wer sonst?)
- Fieber kann sich auch positiv auf sportliche Leistungen auswirken
- Didi ist ein cooler T.D. ;-)


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