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SRNC SCHWEIZ April 2006– Zürich


Melle erzählt...

Nachdem mir Caro ständig von den berühmt-berüchtigten Studentenreitturnieren erzählt und vorgeschwärmt hatte, ließ ich mich dazu überreden, mir die ganze „Sache“ auch einmal anzuschauen. Mein Motto war bis dahin: Das Reiten ist mir bei dem ganzen am wichtigsten, danach kommt erst die ganze Feierei. Wie das ganze beim Reiten ablaufen sollte, wusste ich überhaupt nicht – ich wurde nur bestens im Ablauf der ganzen Partys, Survival- und Buggercups instruiert. Ich gebe zu, anfangs war ich bezüglich der ganzen Feierei ein wenig skeptisch, ich würde es mir still und leise von außen anschauen und beobachten...

Caro und ich fuhren am Donnerstag spät nachmittags gemütlich von Innsbruck weg und kamen so gegen 10 am Abend in Buchs bei Zürich an, nachdem wir in Vorarlberg unseren sehnsüchtigen Eltern Besuche abstatten mussten. Die Suche nach der gut versteckten Unterkunft verzögerte die Ankunft noch um ein paar unendliche Minuten, aber schlussendlich fanden wir dann doch noch einen feinen Platz für unsere Schlafsäcke: Auf einem Gummimatratzenlager in dem zivilen Luftschutzbunker der Gemeinde Buchs. Ober uns zwei weitere Etagen bereits alle besetzt mit Unmengen an Rucksäcken und anderen Packutensilien.

Das erste Treffen auf die „Meute“ im Dorf-Pub war ziemlich nett, ein Haufen wild durcheinander redender, gut gelaunter junge Leute, die sich alle, so gut es eben ging, auf Englisch unterhielten.
Müde von der Fahrt waren wir an diesem Abend schon ziemlich früh zurück im Bunker. Schließlich wurde am nächsten Tag ja geritten.
Ich – Melle –, Caro und Julia, gaben in der Gruppendressur unser Bestes und siehe da: Ich kam bei meinem ersten Studentenreitturnier gleich in die zweite Runde. Das war ja schon mal was. Österreich durfte mit Julia einen zweiten Reiter in die nächste Runde schicken. Caro war ziemlich geknickt: Nominiert für die WM in La Rochelle kam sie nicht in die nächste Runde weiter. Eines habe ich gleich gelernt: Eine satte Portion Glück gehört bei so einem Studentenreitturnier dazu. Caro war aus unserer Mannschaft sicherlich die stärkste Reiterin. Im Springen schaffte ich es als einzige weiter in die zweite Runde.

* * *


Sehr gefreut haben wir uns dann auch, dass Team Austria auch gleich einen Reiter in die 3. Runde weiterschicken durfte. Julia ritt dann auf Le Petit Prince wohl einen ihrer ersten Ritte auf Kandare und brachte Team Austria damit in der Gesamt-Teamwertung auf Rang 5.
So begann mir das ganze Spass zu machen. Alle Leute auf dem Turnier waren super lieb und ich merkte schnell, dass sich viele Leute schon seit längerem von den Turnieren her kannten. Ich hielt mich ein wenig im Hintergrund und beobachtete. Es fing an, mir richtig Spass zu machen. Die Mädels und Jungs (war eigentlich nur einer) aus Norway fanden wir ziemlich lustig, gleich am nächsten Tag nach der ersten Partynacht mit dicken Sonnenbrillen bewaffnet dackelten sie hintereinander in die Reithalle. Italy war wie immer unübertrefflich: Luigi war nicht zu bremsen: Sein erstes Studentenreitturnier machte er sich selbst zum Wahnsinnsfest. Keine Minute verging, in der er nicht sang, tanzte, schrie, lachte oder sonstigen Blödsinn im Kopf hatte. Er war der unbezahlte, köstliche Alleinunterhalter des Turniers. Italy gewann schlussendlich auch den Survivalcup. Kein Fest ohne Italy!
Das Spaghetti-Essen im Schützenhaus in Buchs am Freitag Abend mit der Karaoke-Nacht war ziemlich fein. Es wurde bis spät in die Nacht getanzt. Zwei Drittel von Team Austria waren neben Spain – Raul und Fernando verkleidet als Frauen – das einzige Team das seine Performance mit Kostümierung durchführte. Leider waren die zwei Mädls nicht in der Lage, das schon stark beschwipste Publikum mit ihrem Song „Supergirl“ mitzureißen.


Obwohl Julia ihr bestes gab, um den Survivalcup für Austria zu gewinnen, mussten wir uns Italy geschlagen geben. Team Austria verhielt sich relativ gesittet und so ging der Bagger-Cup auch an Luxemburg. Was genau der Grund für diese Vergabe war, wissen wir bis heute nicht. Das Ergebnis bei der Siegerehrung am Sonntag brachte uns ziemlich zum Grübeln.
Niemand will uns so recht verraten, was Luxemburg in jener Nacht angestellt hat.

Auf dem Weg zum Gala-Dinner in der Nähe von Zürich bei einem feinen chinesischen Buffet, bei dem ich mich so richtig mit scharfem, chinesischem Essen vertraut gemacht habe, wurden wir von einem heftigen Gewitter überrascht. Hinter Italy mit seinem heißen Mini Cooper dahinrasend fanden wir dann Unterschlupf unter einer Brücke, die uns vor gar nicht kleinen Hagelkörnern schützte. Ein wenig aufgeweicht mit den tollen Ballschuhen mit Ledersohle kamen wir dann aber doch noch heil im Restaurant an.


Ich war fasziniert von den Riten und Brauchtümern der Studentenreiter, es wurden auf den Tischen getanzt, Italy hielt eine flammende Rede (besser gesagt, Luigi hielt die Rede) und die Veranstaltermädels rund um Celia und Bettina (in atemberaubend schönem Kleid) bedankten sich bei allen.
Das Turnier war super organisiert, die Pferde waren super, sehr imposant war der braune Hengst im Finale, von den Finalteilnehmern in der Dressur, Annik und Caroline, sehr schön präsentiert.
Von Team Germany mit seinen vielen Supportern gleich auf das nächste SRNC in Bonn hingewiesen, war für mich klar: Da muss ich sofort wieder hin!

Für Team Austria in Zürich:

Melanie Knünz
Caroline Ganahl
Julia Helen Heinrich


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