Rom - die Stadt, die Asterix
und Obelix eroberten. Leider können wir das nicht behaupten. Aber
lasst mich am Anfang beginnen:
Donnerstag abend, 33° (oder waren es doch mehr?), Ciampino (Vorort
Rom's): Drei ÖsterreicherInnen warteten gespannt auf den Transport
vom Bahnhof zu den Übrigen des SRNC's.
Nach einiger Zeit kam plötzlich ein Italiener auf uns zu: "Austria?"
"Yes!". Im gebrochenen Englisch versuchte er uns zu erklären,
dass er uns zuerst zur Herberge und dann zu den Anderen auf die Party
bringen würde. Nun ist es zwar so, dass alle Wege nach Rom führen,
aber nicht unbedingt unsere Unterkunft damit gemeint ist.
Jedenfalls war der Italiener nie um eine Ausrede verlegen, wenn es wieder
nicht der richtige Weg war. (Vermute, das lernt man dort in der Fahrschule,
dafür hätte er Michael Schumacher mit seinem Fahrstil Konkurrenz
machen können.
Die Jugendherberge war der reinste Luxus. Nur hinter das Geheimnis, wie
man die Duschen benützt, ohne eine Überschwemmung des Bades
zu verursachen, bin ich leider während dieser 4 Tage nicht gekommen.
Nach weiteren unzähligen Irrwegen kamen wir endlich zu den übrigen
Reitern. Die Begrüßung war herzlich, (sogar Essen hat man uns
noch serviert!). Dann gings mit dem Bus weiter zu einer Disko, wo die
erste Party um ca. 3 Uhr morgens endete.
Freitag morgen um 7:00 : Aufstehen, duschen, rein ins Reitgwandl u. ab
zum Bus. Die Anlage war ein Traum.
Der erste Bewerb: Mannschafts-Dressur. Team Austria
hatte leider Pech mit der Wahl der Reihenfolge, was Gudrun 1. eine mit
zunehmender Dauer der Prüfung intensiver werdende Kopffarbe und 2.
eine neue Zügeltechnik einbrachte. Irgendwie wollte das liebe Pferd
einfach nicht mehr und lies sich kräftig treiben. Trotzdem lies Gudrun,
routiniert wie sie nun einmal ist, keine Gelegenheit aus, den Richtern
ein freundliches Lächeln zu schenken. (Gottseidank ist der Liedschatten
nicht verschwommen, - Gudrun: waßt, wos i man?)
Auch dem Team International 3 mit Cecilia, einem Italiener und meiner
Wenigkeit ging es nicht viel besser. Cecilia meisterte die Aufgabe am
besten und stieg auf.
Trotz all dem war die Stimmung nicht am Boden, während wir den anderen
in der 2. Runde zuschauten. Grund hierfür war eine Kombination, die
sich als "Traumpaar" einen Namen gemacht hat. (Auf Fotos können
wir leider - in Ermangelung eines Weitwinkel-Objektives - nicht zurückgreifen).
Einige hatten schon Bedenken, dass der Tierschutzverein eine Gewichtsbeschränkung
für Reiter aussprechen könnte.... Jedenfalls stieg das Traumpaar
gegen Cecilia in die 3. Runde auf - wir waren in unseren Grundfesten der
Reiterei erschüttert! Titelsong dieses Tages: "I´m a loser
baby, so why don't you kill me?"
Dopinggerüchte, die sich aufgrund unserer guten Stimmung über
uns verbreiteten, konnten wir guten Gewissens widerlegen.
Als Abendprogramm fand eine Poolparty statt, wo die Deutschen wieder einmal
ihrem Ruf gerecht wurden. Dennoch schafften es vier Österreicher
(Gudrun war nicht dabei - sie hat sich schon vor dem Dinner in den Pool
geworfen) trocken zu bleiben. Anschließend war wieder Diskobesuch
angesagt, wo ich mir zum erstenmal in meinem Leben Sorgen über mein
Englisch machte. Anscheinend hatte die Italienerin etwas falsch verstanden,
als ich mit ihr übers reiten sprach.... Wenigstens Gudrun und Christiane
arbeiteten eifrig am Bagger-Preis.
Samstag morgen: Wie üblich mit dem Bus zum Ort des Geschehens. Show-jumping.
Wieder nix! Wie nahe Erfolg und Leid beinander liegen, sah man am Beispiel
des Belgiers Ward van Oost. Ward war in der ersten Runde gegen mich aufgestiegen
und hatte auch die 2. Runde überstanden. Was er jedoch nicht ganz
unbeschadet überstanden hatte, war dieses "brutale" Trinkspiel
mit den Deutschen, dessen Namen ich noch immer nicht genau kenne. Jedenfalls
lies er sich bei der Heimfahrt im Bus den ganzen Nachmittag noch einmal
gründlich durch den Kopf gehen. (Böse Zungen behaupten, es wäre
auch schon der Vormittag dabeigewesen, da er 2(!) Einkaufstaschen benötigte.)
Da er es vorzog, nicht am Gala-Dinner zu erscheinen, war somit für
ihn der Survival-Cup gestorben.
Das Menü beim Gala-Dinner wurde nur noch von einer Engländerin
übertroffen, die mit ihren Trinkspielen so manche Wahrheit ans Tageslicht
brachte, bei der der Queen nur ein Wort eingefallen wäre: Shocking!
(Aus Gründen der Diskretion will ich keine Namen nennen ...)
Es wurde noch ein längerer Abend. Auch Verena schien sich jetzt auf
den Bagger-Preis zu konzentrieren, was sie mit einigen blauen Flecken
(woher die wohl kamen?) bezahlte.
Sonntag dann die Finale - leider ohne Österreichische Beteiligung.
Trotzdem wurde es ein lustiger Tag, was auch an den flüssigen Mahlzeiten
liegen könnte. Aber irgendwie mussten wir unsere Lire loswerden,
wollten wir nicht beim Zurückwechseln schon wieder Spesen zahlen.
Wir investierten also unsere letzten Lire in Budweiser (wo sonst bekommt
man noch 5 % ??) und sangen "I am from Austria".
Dann der Schock: Der Transport für Christiane und mich zum Bahnhof
war viel zu früh. (Cecilia, die auch mit uns angereist war, wollte
noch in Rom bleiben - womöglich wegen eines Römers??)
Schweren Herzens nahmen wir Abschied von unseren übrigen Team-Mitgliedern
und den "Turnierbekanntschaften". Mit dem Zug fuhren Christiane
und ich kurz nach 19 Uhr bei angenehmen Wetter in Rom weg. Als ich um
4:30 am Montag morgen in Klagenfurt aus dem Zug stieg und mir die Kälte
und leichtes Nieselwetter erwarteten, wünschte ich, das Turnier hätte
noch ein paar Tage länger gedauert.
Einige wichtige Erfahrungen, die ich während dieser wundervollen
4 Tage gemacht habe:
· Manchmal ist es besser, mit den Deutschen Englisch zu reden,
damit man verstanden wird.
· Für mich wird es in der Reiterei immer ein paar Rätsel
geben (What is the Italian-style???)
· Die Zügel sind nicht nur eine Verbindung zwischen Hand und
Trense. (Gudrun hat uns das erklärt)
· Auch Schweizer Mütter haben hübsche Töchter (denen
ich mich leider zu wenig widmete)
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